Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen

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Wir wachsen heutzutage mit dem Wissen auf, dass wir rein theoretisch alles aus unserem Leben machen könnten. Wer lernen will, kann in der Stadtbibliothek Bücher durchforsten oder direkt mit wenigen Mausklicks im Internet die Antwort auf praktisch jede Frage finden. Wer professioneller Eistänzer werden will, kann jeden Tag mehrere Stunden auf dem Eis trainieren. Wer Blogger werden will, kann Fotos schießen und im Internet über diverse Themen schreiben. Doch so einfach das Ganze klingt, ist es nicht. Wie viel Arbeit hinter einer Goldmedaille, 20.000 Followern oder der vollen Punktzahl einer Klausur steckt, ist nach außen hin nicht sichtbar.

Doch genau das ist es, was es zu etwas außergewöhnlichem macht. Die wenigsten bleiben dabei, denn die viele Arbeit und die Stunden, die man in sein Hobby oder seine Leidenschaft steckt, sind für die meisten nicht wert, dass man nach ein paar Monaten erst minimale Ergebnisse sieht und wahre Errungenschaften oft erst nach einigen Jahren kommen. Außergewöhnliches Schaffen geht nicht eben mal so. Selbst, wenn es noch so einfach aussieht.

Die Protagonistin des Romans “Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen” von Petra Hülsmann steht vor einer ähnlichen Herausforderung, mit dem Unterschied, dass sie sich ihr Schicksal nicht einfach ausgesucht hat. Wir durften das Buch als eine der ersten testen und ihren Weg miterleben, bei dem sie von ihrem Traumjob als Lehrerin in einen absoluten Problembezirk verlegt wird und auf einmal vor der Herausforderung steht, Schüler, die aus schwierigen Verhältnissen kommen, dazu zu bringen, Spaß an der Schule zu haben und das Lernen als wichtig anzusehen. Mit einer Musik AG und ganz viel Willen und Beharrlichkeit macht sie sich an die Arbeit und erlebt auf ihrem Weg die ein oder andere Überraschung.

Nicht zuletzt gibt es dann natürlich auch noch eine kleine Liebesgeschichte, wie sie in jeden guten Roman gehört. Ich finde, dass man sich in der Protagonistin gut wiederfinden kann. Besonders zu Beginn ist sie noch relativ naiv, macht jedoch im Laufe der Geschichte eine starke Entwicklung durch und findet in sich selbst eine nicht gekannte Energie, die ich auch schon in mir selbst gefunden habe, wenn ich vor einer schier unlösbaren Aufgabe stand und Stück für Stück angefangen habe, für meinen Erfolg zu arbeiten.

Das Buch ist perfekt als Reisebegleiter in den Sommerurlaub und wurde von mir auf dem Balkon bei Sonnenschein in nur einem Wochenende verschlungen. Besonders ‘Fack Ju Göthe’-Fans kommen hier auf ihre Kosten, da zwischen dem Film und dem Buch die ein oder andere Parallele ist und auch diese Geschichte mit ganz viel Humor und Augenzwinkern geschrieben wurde. Eine angenehm leichte Geschichte, die ich schnell und mit Begeisterung gelesen habe.

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