weil auf Wiedersehen bedeutet, wegzugehen.

Ich habe viele Freunde. Manche sind enge Freunde, mit anderen bin ich weniger eng. Ich habe eine Freundin, der ich alles erzähle. Und dann habe ich Freunde, die ich so selten treffe, dass wenn wir uns einmal im Jahr sehen, keine Zeit für tiefgründige Gespräche bleibt. Dann muss aufgearbeitet werden, was im letzten Jahr passiert ist. Was hat sich verändert? Und können wir es nicht hinbekommen, uns auch öfters zu sehen?
Als ich vor vier Jahren Abitur gemacht habe, dachte ich, dass sich nichts verändern wird. “Klar, wir werden jetzt alle anfangen zu studieren oder zu arbeiten. Das hat aber doch keine Auswirkung auf unsere Freundschaft.” Hat es nicht? Ich sollte gehörig auf die Nase fallen mit meiner Annahme. Manche Freunde zogen um – auf die andere Seite Deutschlands. Andere gingen ins Ausland. Ich blieb in Hannover. Genau eine einzige meiner engen Freundinnen blieb hier. Ich versuchte zunächst, in meinem neuen Leben zurecht zu kommen, dass sich plötzlich um 180 Grad gewendet hatte. Dann versuchte ich, den Kontakt zu halten. Eine meiner Freundinnen war für ein Jahr nach China gegangen. Der Kontakt zu ihr war so sporadisch, dass ich das Gefühl hatte, ich hätte sie verloren. Doch als wir uns nach dem einen Jahr wieder trafen, was alles wie früher. Wir trafen uns in einem Café in der Innenstadt und redeten und lachten stundenlang. Eine andere Freundin – die, die in Hannover geblieben war, ging nach knapp zwei Jahren. Wir hatten uns in der Zeit vorher mehrmals die Woche gesehen und ich dachte, dass sie eine meiner besten Freundinnen war. Es dauerte keine drei Monate, nachdem sie weggezogen war, bis der Kontakt zu ihr abbrach. Dann begann ich zu begreifen, was Freundschaft in Wirklichkeit bedeutet. Und ich begann zu verstehen, dass ich die Freundschaft zu manchen Freunden verlieren würde. Wir würden uns nicht mehr sehen, wenn sie in der Stadt waren. Und wenn ich ihnen irgendwann über den Weg laufen würde, würde nur Trauer zurückbleiben. Denn die gemeinsamen Momente waren von nun an Vergangenheit. Nichts kann sie zurückbringen. Denn auf meine WhatsApp-Nachrichten bekam ich niemals eine Antwort. Als ich neulich den Film Peter Pan sah, sagte Peter etwas zu Wendy, was mir durch Mark und Bein ging: “Sag nie auf Wiedersehen, weil auf Wiedersehen bedeutet, wegzugehen – und wegzugehen bedeutet  zu vergessen.”

I have many friends. Some are close friends, others are not. I have that one friend that I actually tell everything. And then I have these friends that I only see once a year. When we finally meet, we don’t have time for deep conversation – we are busy catching up on each other’s lives that we have not been part of for a whole year. What has changed? Can’t we figure out to see each other more frequently? I remember graduating from high school 4 years ago. I was so convinced that nothing would change. “Sure, we are all going to go to university or start working. But that’s not going to affect our friendships.” It’s not? I was so wrong. Some of my friends moved to the other side of Germany. Others went into foreign countries. I stayed in Hannover – only one of my close friends did, too. First, I tried to come to grisps with my new life which had changed 180 degrees. Then I tried to stay in touch. One of my friends had moved to China for a year. We kind of lost touch and I thought that I had lost her completely. But then we met again and everything was like we were never apart. We met in a café in the city center and talked and laughed for hours. Another friend of mine, the one who had stayed in Hannover, moved away after two years. I counted her as one of my best friends as we had seen each other multiple times a week for the last two years. It wasn’t even three months after she had left when the tie broke. That was when I started to understand that I would actually loose some of my friends. And that I had already lost a few. We wouldn’t see each other when she was in town. And if I ever met her again I knew that I wouldn’t feel the same happiness that I felt a few years ago. I would only feel pain. Because I knew that she had not responded to any of my WhatsApp messages. Those unforgettable memories are in the past. 
A few days ago I watched the Peter Pan movie. Peter said something to Wendy that made me so sad, because I knew that it was true: “Never say goodbye, because goodbye means going away – and going away means forgetting.”

Sneaker – Akira
Cardigan – Vila
Jeans – Only
Watch – Guess
Necklace – H&M

Marietta

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Comments

  1. says

    Ein ergreifender Text, ich habe vor allem bei dem letzten Satz (wobei auch schon davor, aber dann erst recht!) eine so wahnsinnige Gänsehaut bekommen.
    Mir geht es haargenau genauso. Und wir beide sind da schätze ich mal nicht die einzigen. Irgendwie ist es gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Aber ich weiß ganz genau was du meinst, wenn auf einmal einfach keine Antwort mehr kommt, wenn man merkt, dass man/ dass die Freundschaft zu dieser Person vergänglich ist..
    Aber so sieht man eben auch, wer seine einzig wahren Freunde sind – uns meistens, sind das genau 2-3 Stück,vll auch nur ein einziger Mensch.

    Ach ja & ich hätte es vor lauter Sentimentalität fast vergessen: tolles Outfit <3 Ich mag deine Sneakers ganz arg!!
    Ganz liebe Grüße an dich! xx
    http://littlediscoverygirl.de

  2. says

    So wahr.
    Ich gehe in die 10. Klasse auf einer Realschuele. Das bedeutet, nächstes Jahr um diese Zeit stecke ich schon mitten in meiner Ausbildung, wenns gut läuft. Genau über dieses Thema habe ich schon öfter mit einer gute Freundin von mir besprochen.
    Dank meiner großen Schwester weiß ich schon dass nicht allzu viele Freundschaften halten werden, aber man hofft natürlich das welche beleiben. Aber ich finde, Freunde gehen, neue Freunde kommen.
    Den Text hast du wirklich schön geschrieben:) Auch die Fotos gefallen mir sehr gut, hab mich in deine Schuhe verliebt*-*
    xoxo Lea♥

    http://xxleasworldxx.blogspot.de/

  3. says

    Das ist so traurig, aber leider hast du recht.. Teilweise! ich bin nun schon einige Jahre aus der Schule raus, habe viele Freunde verloren.. aber auch viele neue dazu gewonnen, und andere wiedergefunden. Ich finde, es muss nicht nur Trauer sein, wenn man sich nach langer Zeit wieder sieht. Wenn ich zufällt alte Freunde von früher sehe, mit denen ich schon lange kein Kontakt mehr habe, freue ich mich trotzdem sie zu sehen. Auch wenn es nicht mehr wie früher ist, freue ich mich, wenn es ihnen gut geht und interessiere mich, wie es ihnen geht.

    ich denke, richtige Freundschaften kommen auch erst im jetzigen Alter, so war es zumindest bei mir. Früher war ich eben mit den Mädels aus meiner Klasse befreundet, weil ich sie jeden Tag gesehen habe. wir haben uns gut verstanden, allerdings ist es nicht das gleiche wie mit meinen jetzigen Freunden – die ähnliche Interessen haben und man über ganz andere Dinge reden und unternehmen kann. 🙂

    Lass den Kopf nicht hängen, ich denke nicht das du all deine Freunde verlieren wirst – zudem gibt es überall auf der Welt nette Menschen, irgendwie irgendwo durch Zufall können unglaublich tolle Freundschaften entstehen, die dann doch lange halten 🙂

    Liebe Grüße
    Isy

    http://www.isyforbeautybeast.de/

  4. says

    Ich weiß genau was du meinst. ich habe gerade Abi gemacht und die Kontakte brechen alle auseinander.
    Liebe Grüße
    Sarah

    P.S. Auf meinem Blog gibt es gerade eine echte Innovation zu gewinnen. Ich würde mich freuen, wenn du vorbeischaust und mitmachst 🙂

  5. says

    Wahre Worte!
    Mir ging es nur damals nach dem Abi genau umgekehrt. Ich war die einzige, die zum Studieren weggegangen ist. Zwar nicht weit, aber dennoch. Auch 3 Stunden Bahnfahrt überlegt man sich irgendwann genau. Ich bin in der ersten Studienzeit oft nach Hause gekommen und habe meine Mädels getroffen, die aber alle eine Ausbildung gemacht haben. Die Interessen habe sich einfach verschoben und Dinge wurden nicht mehr verstanden oder ernst genommen. Vor allem der Zeitfaktor: Nur weil man studiert, heißt es nicht, dass man stets und ständig Zeit hat, schön wär's 😀 Dadurch, dass ich dann seltener nach Hause gefahren bin, habe ich auch meine Mädels weniger getroffen. Mich besuchen kommen war nie eine Option, weil ich ja diejenige bin, die so viele Zeit hatte 😉
    Also klar, es ist schwierig wenn man nicht mehr in der gleichen Gegend wohnt und jeder etwas anderes macht. Man entwickelt sich ja auch selbst weiter und manchmal bleibt man dann nicht auf einer Wellenlänge. Dafür lernt man neue tolle Menschen kennen und verbringt eine wunderbare Zeit mit ihnen.

    Liebste Grüße
    Rina von Adeline und Gustav

  6. says

    Liebe Rina, du hast so recht! Und ich finde es immer echt witzig, dass alle denken, dass man so viel Freizeit während des Studiums hat. Ich arbeite 15 Stunden in der Woche und mit Gruppenarbeiten und Uni und Nacharbeiten, bin ich pro Woche 50-60 Stunden beschäftigt.
    Ganz liebe grüße!!

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