Letting Go

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Loslassen ist eine Kunst, an der ich mich noch übe. Manchmal, wenn ich morgens aufwache, sind da diese Minuten der Stille. Die Sonne strahlt in mein Gesicht und ich weiß nicht wer und wo ich bin. Dann kommen meine Sinne zueinander und ich greife nach meinem iPhone. Scrolle noch benommen durch meine Emails, meinen Terminkalender. Ich bin diese Person, die sich viel stresst. Um alles mögliche. Die Zukunft, meine derzeitige Lage, das Zimmer, das ich schon seit meiner Rückkehr aus Deutschland nicht aufgeräumt habe. Der Koffer steht halb ausgepackt in der Ecke. Erstmal ein Kaffee, denke ich und schwinge meine Beine aus dem Bett.

Letting go is an art that I still study. Sometimes, when I wake up in the morning I have a couple of minutes of pure silence. The sun shines on my face and for a moment I have no idea who and where I am. My senses come together slowly and I reach out to grab my iPhone. I scroll through my emails and my diary. I am one of those people who stress out a lot. About anything. The future, my current situation, the room that I haven’t tidied since my return from Germany. The suitcase is sitting in the corner – halfway unpacked. Coffee first, I think and get out of bed.

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Ich will mich nicht mehr sorgen, denke ich, während ich in die Küche laufe und meinen Morgenkaffee zubereite. Etwas Milch dazu, dann geht es zurück ins Bett. Ich bin Genussmensch, denke ich, während ich den Kaffee schlürfe und in der Gegend herumstarre. Und nein, ich will mich nicht mehr sorgen. Ich denke an die junge Frau, die vor einem Jahr hier in England angekommen ist. Sie wusste, dass es hart werden würde und sie hat sich aktiv für den härteren Weg entschieden – aus den richtigen Gründen.

I wander into the kitchen and start preparing my morning coffee, while thinking that I don’t want to worry anymore. I add some milk and go back to bed. I’m a hedonist, I think while sipping my coffee and staring out of the window. And I don’t want to worry anymore. I think of that young lady who arrived in England a year ago. She knew that it wouldn’t be easy and she actively chose to go the rocky road – for the right reasons.

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Ich stehe auf und gehe an meinen Kleiderschrank. Ich entscheide mich für den blumenbestickten Rock, der mich irgendwie so sehr an meine Kindheit erinnert. An heiße Sommerabende in einem Sonnenblumenfeld. Einen dunkelorangen Sonnenuntergang. Eine Neubausiedlung. Das Gefühl von Sommerferien. Ganze sechs Wochen, die vor und lagen und von denen ich mir so viel versprach. Freiheit. Unbeschwertheit.

I get up and open my wardrobe. I decide to go with that with flowers embroidered skirt, that very much reminds me of my childhood. Of hot summer nights in a sunflower field. A dark orange sunset. A new housing estate. The feeling of summer break. Six weeks that lay ahead of me and that I expected a lot from. Freedom. Lightheartedness.

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Es liegt an dir, sagt das kleine Büchlein in meiner Handtasche. Du kannst dich entscheiden, loszulassen. Den Sommer zu genießen, weil du nächsten Sommer ein Jahr älter bist. Du kannst dich entscheiden, glücklich zu sein. Und keine Angst zu haben. Denn wenn du deiner Familie von deinen Sorgen erzählst, sagt sie dir immer, dass du die einzige bist, die sich sorgt.

It’s on you, the little book in my handbag told me. You can decide to let go. Enjoy the summer, because next summer you will be a year older. You can decide to be happy. And not to be afraid. Because whenever you tell your family about your worries, they always tell you that you are the only one who worries.

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Ich ziehe den Rock an, drehe meine Haare vorsichtig auf und sehe in den Spiegel. Das bin ich. Und dies ist mein Leben. Ich greife nach den Sandalen, die ich gestern achtlos auf den Boden geworfen habe und lege sie in die Schublade mit den anderen Schuhen. Ich habe mein Leben in der Hand. Und ich fange heute damit an. Denn das Gefühl der Sommerferien kann ich auch heute noch fühlen, trotz eines vollen Terminkalenders.

I put on the skirt, carefully curl my hair and look into the mirror. This is me. And it’s my life. I pick up the sandals that I carelessly threw on the ground yesterday, and put them with the other shoes in the drawers. I am holding my life in my hands. And I will start today. Because I can still feel that feeling of summer break, even with a busy diary.

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Skirt & top – H&M
Bag – Mango
Jewelry – Cluse

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